Kurz vorm Jahresende melde ich mich mit einem weiteren Bildlook bei euch zurück. In Ermangelung eines besseren Namens nenne ich ihn einfach „Soft“. Bei diesem Look wird euch auffallen, dass er das Foto gar nicht stark verändert, sondern „nur“ einen soften, warmen Touch verleiht. Deshalb eignet er sich auch für eine unglaubliche Menge verschiedener Motive – vom Portrait zum Produktshot bis zur Naturaufnahme.

Legen wir los? Gut, hier das Ausgangsfoto.

Original

Wenn ihr euer Foto in Lightroom importiert und die Basiskorrekturen vornehmt, achtet darauf, das Foto ein wenig überzubelichten, eine halbe Blende ist ein guter Richtwert. Setzt den Weißabgleich etwas wärmer als nötig. Bei meinem Foto passte die Weißabgleichvorgabe „Bewölkt“ perfekt.

Schritt 1: Basiskorrekturen

Um die durch die Überbelichtung ausgefressenen Lichter wieder „einzufangen“ senkt ihr die Lichter ab. Nicht zuviel, nur soweit, dass die bildwichtigen Bestandteile nicht mehr ausfressen. Einen großen Teil dieses Looks macht die Kontrastreduzierung aus. Deshalb hebt ihr die Tiefen sowie das Schwarz ordentlich an.

Schritt 3: Klarheit - Dynamik - Sättigung

Die Klarheit überlasse ich eurem persönlichen Geschmack. Mögt ihr den Look supersoft, dann senkt ihr die Klarheit. Wer auf mehr Mitteltonkontrast steht, schiebt den Regler nach rechts. Dynamik und die Sättigung reduziert ihr (die Dynamik entsättigt die stärker gesättigten Bildteile, die Sättigung ganz emotionslos alles. Deshalb mit dem Sättigunsregler bitte sanfter hantieren.).

Schritt 3: Klarheit - Dynamik - Sättigung

Den „cleanen“ Look zaubert die Gradationskurve. Feine Farbabstimmungen in den einzelnen Kanälen machen’s möglich. Da sie mir so gut gefällt und ich faul bin, habe ich sie mir gleich als Preset gespeichert (Klick auf das Dropdrown „Punktkurve“ und Speichern).

Zuerst der Kontrast im RGB-Kanal. Schwarz und die Lichter minimal anheben. Tipp: Der Pin in der Mitte dient dazu, die Mitteltöne nicht zu verändern.

Schritt 4: Gradationskurve RGB

Wie immer beim Arbeiten mit den einzelnen Farbkanälen, kleine Änderungen machen viel aus. Arbeitet euch millimeterweise zum gewünschten Ergebnis vor.

  • Rotkanal: Mitteltöne anheben
  • Grünkanal: Weiß beschneiden und Mitteltöne absenken
  • Blaukanal: Weiß beschneiden und Mitteltöne absenken

In der Teiltonung sorgen ein warmer Gelbton sowie ein Fliederton für die Wärme im Bild. Den Abgleich verschiebt ihr leicht in Richtung Lichter, also Gelb.

Schritt 6: Teiltonung

Im Effekte-Panel fügt ihr eine zurückhaltende Vignette und Körnung hinzu. Damit die Vignette nicht zu stark auffällt, schiebt ihr den Weiche Kante Regler nach rechts. Schon sieht es natürlicher aus.

Schritt 7: Effekte

Wieviel die Profile in der Kamerakalibrierung ausmachen, seht ihr im vorletzten Schritt. Dort ändert ihr das Profil von Adobe Standard auf Camera Standard für einen noch softeren Look.

Schritt 8: Kamerakalibrierung

Last but not least, nehmt die Schärfung und Objektivkorrekturen vor.

Schritt 9: Schärfung und Objektivkorrekturen

Den Look lässt sich wunderbar variieren. Allein mit der Teiltonung könnt ihr die Farbgebung des Looks komplett verändern. Oder ihr lasst die Teiltonung ganz weg, wenn ihr neutralere bzw. kühlere Farben bevorzugt. Für butterweiche Unschärfe schnappt ihr euch den Korrekturpinsel und malt mit gesenkter Klarheit über die unscharfen Bereiche. Ihr seht, unendliche Möglichkeiten. Das Preset mit meinem Einstellungen zum Download (Rechtsklick->Speichern unter) gibt’s natürlich auch wieder. Viel Spaß beim Experimentieren und einen guten Rutsch ins neue Jahr, ihr Lieben!